03.11.2026 09:59 Uhr
Erfolgreiche Jugendsanitäterinnen und Jugendsanitäter
Strahlende Gesichter: Alle 20 Jugendlichen haben eine anspruchsvolle Prüfung bestanden und werden künftig als DRK-Jugendsanitäter erfahrene Sanitäter bei Einsätzen begleiten.
„Wie fühlen Sie sich? Was ist passiert?“ Steven Veigel mimt einen Verletzten mit einer stark blutenden Wunde, die er sich auf dem Eislinger Weihnachtsmarkt zugezogen hat. Jan und Raphael haben die Aufgabe, ihn fach- und sachgerecht zu versorgen. Sie legen vorbildlich einen Druckverband an, dann jedoch verliert der „Verletzte“ das Bewusstsein und gleitet zu Boden. Sie sprechen ihn an, legen die Beine hoch und setzen den Notruf an. Zwischendurch messen sie Puls und Blutdruck und werden am Ende der kleinen Übung gelobt. „Das habt Ihr gut gemacht“, stellen Steven Veigel und Rüdiger Trautmann fest. Die beiden bilden beim DRK-Kreisverband Jugendsanitäter aus. Während der Herbstferien waren etwa 20 Jugendliche in den Räumen des DRK-Ortsvereines Eislingen zusammengekommen und bereiteten sich gemeinsam auf die Prüfung vor. „Wir habt Ihr Euch gefühlt?“ will Rüdiger Trautmann wissen und „Was hättet Ihr machen können, um die Bewusstlosigkeit zu verhindern?“ Die Frage richtet er auch an
die aufmerksam und konzentriert zuhörenden anderen Jugendlichen. „Gleich auf den Boden setzen hätte die Situation auch für Euch selbst vereinfacht“, gibt er seine Erfahrung weiter. Dann sind Selina und Vanentina an der Reihe. Steven Veigel spielt diesmal einen Mann, der völlig aufgeregt und außer sich ist. Valentina fordert ihn auf, sich erst einmal zu beruhigen und langsam zu atmen. Erfolglos. Er hyperventiliert und verliert das Bewusstsein. Die beiden angehenden Jugendsanitäterinnen bringen ihn in eine stabile Seitenlage. Rüdiger Trautmann greift ein. Denn in ihrer Aufregung haben die beiden Rotkreuzlerinnen einen ganz wichtigen Schritt vergessen: „Den Notruf absetzen!“ Steven Veigel und Rüdiger Trautmann geben Tipps: „Lasst eine hyperventilierende Person in einen Handschuh atmen. Und ganz wichtig: Stellt Augenkontakt her. Das entspannt die Situation. Und lenkt die Person ab.“
Es sind also ganz realistische Szenarien, die die Jugendlichen „durchspielen“ und sich so auf ihre Prüfung als Jugendsanitäter vorbereiten. Beim Roten Kreuz im Landkreis gibt es seit 2008 Jugendsanitätsgruppen. Die Jugendsanitäter werden für die Arbeit in den Bereitschaften ausgebildet und helfen an der Seite von erfahrenen Einsatzkräften bei Notfällen. In den Ortsvereinen Böhmenkirch, Hattenhofen-Voralb, Heiningen-Eschenbach und Mittleres Fils- und Lautertal gibt es Jugendsanitäts-Gruppen. Die Gruppen stehen 12 bis 16-jährigen Jugendlichen offen und wollen viel stärker als bisher die Brücke zum ehrenamtlichen Rotkreuz-Engagement in den Bereitschaften schlagen.
Die gute Nachricht: Alle 20 Jugendlichen aus dem gesamten DRK-Kreisverband bestanden die Prüfungen, in der Theorie wie auch in der Praxis. Sie hatten zunächst erfahren, wie der DRK-Kreisverband aufgebaut ist, welche Strukturen bestehen und welche Möglichkeiten, hauptamtlich zu arbeiten oder sich ehrenamtlich zu engagieren, lernten, den Notfallrucksack zu packen, zu reanimieren und dann eben Verletzungen oder Notfälle zu versorgen.
Der 14-Jährige Raik gehört seit Anfang des Jahres dem Roten Kreuz im Ortsverein Unteres Filstal-Schlierbach an, kam durch Freunde zum DRK. Und ist jetzt sehr froh, „dass ich im Notfall helfen kann. Das ist ein gutes Gefühl.“
„Zuerst Salat, dann Pizza!“ Die Ansage von Sandra Weber findet Gehör. Schnell ist die große Salatschüssel geleert und alle freuen sich auf ein Stück Pizza. Die haben sich die Jugendlichen wahrlich verdient. Drei Tage lang engagieren sie sich, „sind gigantisch motiviert“, freut sich auch Sandra Weber, die das Jugendrotkreuz im DRK-Kreisverband leitet.
Kasten:
Jugendsanitäter*innen sind Lakisha Schorstädt und Maximilian Pape (Eislingen), Anamarija Pucek, Jan Feil, Vanentina Papadopoulouo und Selina Stange (Geislingen), Felix Hahn, Karla Berger und Raik Jehle (Schlierbach), Oliver Schiller, Raphael Noah Kalinke und Rebecca Thierer (Böhmenkirch), Franziska Dürler, Brian Winkle, Josefine Scheutle, Sofia Braun, Lucas Toni Wiorek und Madita Landsfried (Göppingen). Und begleiten künftig die Ehrenamtlichen der DRK-Bereitschaften bei ihren Einsätzen.
(Quelle und Bild: DRK Kreisverband Göppingen e.V.)
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