Kurznews: Göppingen - Stadt streicht "Sport im Park"

Kurznews

Göppingen - Stadt streicht "Sport im Park"

02.11.2026 16:12 Uhr

Stadt streicht „Sport im Park" – fast 1.000 Teilnahmen für nur 1.250 Euro

Stadtverband Sport kritisiert Einstellung der Förderung und fordert Überdenken der Entscheidung

Mit Bedauern und Unverständnis reagiert der Stadtverband Sport Göppingen auf die Entscheidung der Stadtverwaltung, die finanzielle Unterstützung für das beliebte Bewegungsangebot „Sport im Park" bis auf Weiteres einzustellen. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung sollen die Mittel für ein Projekt gestrichen werden, das allein 2026 fast 1.000 Teilnahmen verzeichnete – bei jährlichen Gesamtkosten von lediglich 1.250 Euro.

„Dass die Stadt sparen muss, ist uns bewusst. Aber bei einem Angebot, das für rechnerisch gerade einmal 1,25 Euro pro Teilnahme über Monate hinweg Menschen in Bewegung bringt, stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit", erklärt Ingo Hagen, Vorsitzender des Stadtverbandes Sport Göppingen.

Von Mai bis September organisiert der Stadtverband gemeinsam mit Göppinger Sportvereinen wöchentlich abwechslungsreiche Bewegungsangebote im Stadthallenpark und im Oberhofenpark. Menschen aller Generationen können unter fachkundiger Anleitung gemeinsam Sport treiben – kostenlos, ohne Anmeldung und ohne Vereinsmitgliedschaft.

Gerade dieser unkomplizierte Zugang macht das Projekt so wertvoll. Es erreicht auch Menschen, die sich keinem Sportverein anschließen möchten oder für die kostenpflichtige Sportangebote eine finanzielle Hürde darstellen.

„Sport im Park ist weit mehr als eine kostenlose Gymnastikstunde im Grünen. Das Angebot fördert Gesundheit und Beweglichkeit, schafft soziale Kontakte und bringt Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen. Gerade angesichts zunehmenden Bewegungsmangels und gesellschaftlicher Vereinsamung sollten solche Angebote gestärkt und nicht gestrichen werden", betont Hagen.

Dass „Sport im Park" auch überregional Beachtung findet, unterstreicht seinen besonderen Stellenwert. In der Fachbroschüre „Parksport & Bewegungstreffs" des Niedersächsischen Turner-Bundes wird das Göppinger Angebot ausdrücklich als Praxisbeispiel für kommunale Bewegungsförderung vorgestellt.

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie durch die Zusammenarbeit zwischen Kommune, Stadtverband und Sportvereinen mit geringem finanziellen Aufwand ein großer gesellschaftlicher Nutzen entstehen kann. Während andere Städte solche Programme ausbauen, droht in Göppingen ein bewährtes Erfolgsmodell verloren zu gehen.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Stadt Göppingen noch im April 2026 selbst öffentlich für „Sport im Park" geworben und dabei den gesundheitlichen und gemeinschaftlichen Wert des kostenlosen Angebots hervorgehoben hatte.

Der Stadtverband erkennt die angespannte Haushaltslage ausdrücklich an. Bei Einsparmaßnahmen müsse jedoch neben den Kosten auch der Nutzen für die Bevölkerung berücksichtigt werden. Die beteiligten Sportvereine und der Stadtverband leisten durch ihr Engagement einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des Projekts.

„Mit der Streichung von 1.250 Euro wird der Göppinger Haushalt nicht saniert. Wohl aber verlieren die Menschen ein Angebot, das im vergangenen Jahr fast 1.000-mal genutzt wurde. Hier stehen Einsparung und gesellschaftlicher Schaden in keinem vernünftigen Verhältnis", kritisiert Hagen.

Der Stadtverband appelliert deshalb an Verwaltung und Gemeinderat, die Entscheidung zu überdenken und die Fortführung von „Sport im Park" auch 2027 zu ermöglichen.

„Gerade in finanziell schwierigen Zeiten sollten wir Angebote erhalten, die mit wenig Geld viel für die Menschen in unserer Stadt bewirken. ‚Sport im Park' ist dafür ein geradezu ideales Beispiel", so Hagen abschließend.

(Quelle: Stadtverband Sport Göppingen e.V.)


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