Kurznews: Göppingen - Familientreff in Deggingen vom DRK-Kreisverband

Kurznews

Göppingen - Familientreff in Deggingen vom DRK-Kreisverband

19.10.2026 11:46 Uhr

Ende des Jahres schließt der DRK-Familientreff in Deggingen.

Er fällt dem Spardiktat des Landkreises zum Opfer. Mitte Oktober trafen sich viele aktuelle und ehemalige Besucher*innen und viele Ehrenamtliche.

„Ich habe den Familientreff mit aufgebaut.“ Elisabeth Corleis hatte sich von Anfang an im Februar 2017 eröffneten Familientreff in Deggingen ehrenamtlich engagiert und freute sich, viele Frauen und die inzwischen groß gewordenen Kinder aus den langen Jahren ihres Engagements wieder zu treffen. Der Anlass freilich war ein trauriger. Denn die wichtige Einrichtung für Familien, getragen von Landkreis, des DRK-Kreisverbands Göppingen und der Gemeinde wird Ende des Jahres schließen. 
Vorbei sind die Zeiten, in denen Mamas und Papas, Omas und Opas mit ihren kleinen Kindern dienstags im Bürgersaal der Gemeinde einen Ort fanden, um andere Familien kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Vorbei sind auch die Zeiten, in denen sich mittwochs frischgebackene Eltern beim Babytreff begegnen, austauschen und gegenseitig unterstützen konnten. Auch die unkomplizierte und zugleich fachlich fundierte psychosoziale Beratung, die direkt während der Treffs oder nach individueller Vereinbarung angeboten wurde, wird es im Oberen Filstal künftig nicht mehr geben.

Der Kreistag hatte im Herbst 2025 beschlossen, die Förderung einzustellen und die Kommune konnte die Lücke nicht schließen. „Es ist schade, dass wir die Anlaufstelle verlieren. Vielleicht werden ja aber die Zeiten auch wieder einmal besser“, äußerte Bürgermeister Markus Schweizer im Gespräch mit Dorota Schumann, die den Treff seit fünf Jahren leitet. Sie hatte ihn als Mama kennengelernt, war mit ihren heute zehn und sechs Jahre alten Kindern regelmäßig gekommen und hatte nicht nur die gute Atmosphäre geschätzt. „Es sind wichtige Netzwerke entstanden, die uns Familien tragen“, erlebte die Sozialpädagogin immer wieder. Und fragt sich jetzt: „Was machen wir mit der Lücke, die entstehen wird?“

DRK-Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber hatte ihr ebenso wie Lisa Bosch vom Kreisjugendamt einen Blumenstrauß überreicht und ihr für ihre jahrelange wertvolle Arbeit gedankt. Isabell Weisenburger, beim DRK-Kreisverband zuständig für Familien und Migration, weiß ebenfalls um die wichtigen Angebote der Familientreffs und ihrer Bedeutung in den Kommunen. Sie werden hauptamtlich geleitet und ehrenamtlich mitgetragen und wo immer wieder neben einem gesunden Frühstück wichtige Themen, die Familien mit kleinen Kindern betreffen, angesprochen werden – wie Ende November, wenn die Kinderkrankenschwester und Familienberaterin Hilde Huber zu Gast sein wird.  Weisenburger wie auch Sparhuber widersprechen vehement der von einem Kreisrat geäußerten Einschätzung, bei den Familientreffs würde es sich um „betreutes Kaffeetrinken“ handeln. 

Die Mamas tauschten noch einmal Erinnerungen aus, betrachteten die Fotos, die bei unzähligen Aktionen entstanden sind und ihre Kinder tobten durch den großen Raum. Auch Elisabeth Corleis erinnerte sich an viele schöne Stunden im Familientreff, daran, dass sie dort in glückliche und zufriedene Kinderaugen blicken konnte, es nie Streit gab und war sich sicher: „Der Familientreff wird fehlen.“ 

(Quelle & Bilder: DRK-Kreisverband Göppingen)


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