Kurznews: Landkreis Göppingen - Versorgung der Schulen mit Lehrkräften hat sich weiter gebessert

Kurznews

Landkreis Göppingen - Versorgung der Schulen mit Lehrkräften hat sich weiter gebessert

11.09.2026 19:33 Uhr

Bei stabilen Schülerzahlen hat sich die Versorgung der Schulen mit Lehrkräften im Landkreis Göppingen weiter gebessert.

Eine Ausnahme dabei sind nach wie vor die Sonderpädagogischen Bildungs-  und Beratungszentren. Am Montag, 14.09.2026 starten nahezu 53.000 Schülerinnen und Schüler an den  Grund- Haupt- und Werkrealschulen, den Real- und Gemeinschaftsschulen sowie  den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren in den Landkreisen Göppingen, Heidenheim und dem Ostalbkreis ins neue Schuljahr. Die  Schülerzahlen sind damit nochmals um 0,8% leicht gestiegen, es konnten insgesamt 23 Klassen mehr gebildet werden. Der Schülerzuwachs betrifft vor allem die Grundschulen (1,7%), die Realschulen (1,9%) und die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (2%). Mit dem neuen Schuljahr werden die Juniorklassen und Sprachfördergruppen weiter ausgebaut. Ziel ist es, Kindern frühzeitig die Unterstützung zu bieten, die sie für einen erfolgreichen Start in die Schule benötigen. In den Juniorklassen können die Kinder wichtige schulische Grundlagen weiterentwickeln und sich gezielt auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten. In einem ersten Schritt wurden die 10 Grundschulförderklassen im Schulamtsbezirk Göppingen in Juniorklassen umgewandelt. Es folgen weitere Juniorklassen, die in den kommenden beiden Schuljahren flächendeckend an rund 50 weiteren Standorten  eingerichtet werden sollen. Auch die Angebote zur Sprachförderung werden nochmals deutlich ausgebaut. Im beginnenden Schuljahr wird es an 119 Schulen und Kitas 138 Sprachfördergruppen geben - so können rund 1.305 Kinder im letzten Kitajahr sprachlich gefördert werden. „Gute Deutschkenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.“

Dem Leiter des Staatlichen Schulamts Jürgen Henzler ist es wichtig, das Bildungsziel des Landes Herkunft und Bildung zu entkoppeln, weiterhin ins Zentrum zu stellen: „Wir möchten allen Kindern von Anfang an gute Bildungschancen eröffnen. Die Juniorklassen und der Ausbau der Sprachförderung schaffen dafür wichtige Voraussetzungen. Dabei kommt es darauf an, jedes Kind mit seinen individuellen Voraussetzungen wahrzunehmen und gezielt zu unterstützen.“ Für den Unterricht an den Schulen wurden im Schulamtsbezirk Göppingen erneut rund 200 neue Lehrkräfte am Freitag, den 11. September 2026 in der Stadthalle Göppingen eingestellt bzw. vereidigt. Zusätzlich konnten zur Schließung wichtiger Versorgungslücken, insbesondere an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, wiederum annähernd 200 Lehrkräfte mit befristeten Verträgen  eingestellt werden. Der positive Trend bei der Lehrerversorung hält damit an und die Unterrichtsersorgung an den allgemeinen Schulen hat sich verbessert, allerdings stehen bereits zum Schuljahresbeginn kaum Ressourcen für Krankheitsvertretungen zur Verfügung, so dass krankheitsbedingte Ausfälle nur schwer aufgefangen werden können. Deutliche Sorge bereiten nach wie vor die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, für die es nicht genügend ausgebildete Lehrkräfte für Sonderpädagogik gibt. Der Einstellungszeitraum geht über den Schuljahresbeginn hinaus, um die wenigen bestehenden Versorgungslücken möglichst noch zu schließen.

Inklusive Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler
Wie bereits in den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die ihren Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot an einer allgemeinen Schule einlösen, leicht gestiegen. Die Umsetzung von inklusiven Bildungsangeboten in den fünfzehn Entwicklungsräumen Inklusion im Bereich des Staatlichen Schulamts Göppingen entspricht der regionalisierten Orientierung des Inklusionsgedankens und stärkt die Zusammenarbeit von allgemeinen Schulen, SBBZ, Schulaufsicht und Schulträger in den Regionen. Der gravierende Mangel an Sonderpädagogiklehrkräften macht es schwer, die sonderpädagogische Unterstützung an den Inklusionsstandorten ausreichend sicherzustellen, trifft aber besonders an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) auch im neuen Schuljahr auf eine steigende Zahl an Schülerinnen und Schülern mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot. Insbesondere an den öffentlichen Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und körperlich-motorische Entwicklung führen die stark steigenden Schülerzahlen auch zu räumlichen Engpässen und machen eine Ausweitung räumlicher Kapazitäten erforderlich. Die Einarbeitung von Lehrkräften anderer Lehrämter bzw. von Personal ohne Lehramtsausbildung sowie die Vertretungen in Zeiten von Erkrankung oder für den Besuch von Fort- und Weiterbildungen belasten die Kollegien stark.

Der Mangel an Lehrkräften führt zwangsläufig auch zu schulorganisatorischen Maßnahmen wie die Bildung von größeren Klassen oder der Kürzung ergänzender sonderpädagogischer Beratungsangebote und Fördereinheiten. Die befristete Einstellung von Personen ohne eine Lehramtsausbildung ist in dieser Situation dennoch außerordentlich hilfreich und kann den Mangel an Personal an einzelnen Standorten deutlich ausgleichen. Da die ausgebildeten sonderpädagogischen Lehrkräfte fehlen, können auch die nun in größerem Umfang zur Verfügung stehenden Stellen die Problematik nicht nachhaltig lösen. Weitere Stellenbesetzungen sind noch bis Ende September möglich. Die Schülerzahlen SBBZ beziehen auf die öffentlichen SBBZ.

Neues Leitungspersonal an den Schulen
Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart ist es dem Staatlichen Schulamt Göppingen im vergangenen Schuljahr erneut gelungen, die meisten freigewordenen sowie die neu geschaffenen Funktionsstellen, davon siebzehn Schulleitungen und sieben stellvertretende Schulleiungen, unmittelbar bzw. zeitnah wieder zu besetzen. Auch für das kommende Schuljahr 2026/2027 sind weitere Verfahren bereits in Planung. Die Zahl der Interessentinnen und der Interessenten an Leitungsaufgaben steigt stetig, Programme zur Nachwuchsförderung und Qualifizierung von Führungskräften u. a. „Fit für Führung“ zeigen nachhaltig positive Auswirkungen. Derzeit vakante Schulleitungsstellen sind bis zur Wiederbesetzung durchgängig durch kommissarische Leitungen und erweiterte Schulleitungsteams besetzt.

Die Situation in den Vorbereitungsklassen
Im zurückliegenden Schuljahr wurden an ca. 130 Schulen in der Zuständigkeit des Staatlichen Schulamtes Göppingen rund 1800 Schülerinnen und Schüler (SuS) mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen an den Schulen aufgenommen. Ausschließlich in Vorbereitungsklassen (131) wurden im vergangenen Schuljahr, ca. 1.550 Kinder und Jugendliche mit geringen oder gar keinen deutschen Sprachkenntnissen unterrichtet. Zur Vorbereitung auf das neue Schuljahr, 2026/ 2027, wurden nun im Schulamtsbezirk Göppingen, zunächst 114 Vorbereitungsklassen eingerichtet. Es werden in diesen gebildeten Vorbereitungsklassen zum jetztigen Zeitpunkt ca. 1.450 Kinder und Jugendliche, mit geringen oder gar keinen deutschen Sprachkenntnissen, geführt. Nach Einführung des neuen Schulgesetz in Baden-Württemberg im Dezember 2025 hat der Bereich Sprachförderung einen neuen Stellenwert erhalten. Die Sprachförderung von Schülerinnen und Schüler mit nicht deutscher Herkunftssprache ist dabei ein zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche Integration und bietet zugleich die Grundlage für gleiche Bildungschancen und eine vollwertige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Daher bildete das Staatliche Schulamt zusätzlich zu den Vorbereitungsklassen noch 52 sog. Vorbereitungskurse mit insg. 270 Lehrerwochenstunden und zusätzlich ca. 390 Stunden für nachgehende Sprachförderung an den Schulen ohne spezielle Vorbereitungs-Einrichtungen die geplant und vorgehalten werden.

Tendenziell scheint die Anzahl der Schülerinnen und Schüler insgesamt erneut rück-gängig zu sein. An den einzelnen Standorten werden die Schülerzahlen aber erst wieder in der Woche nach Unterrichtsbeginn erfasst. Da die Schülerzahlen der neu zugewanderten Schülerinnnen und Schüler mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen erfahrungsgemäß einer gewissen Dynamik unterliegen, werden sich angegebenen Zahlen erwartungsgemäß noch ändern.

(Quelle: Staatliches Schulamt Göppingen)


Über uns

Die filstalwelle wird in das digitale Kabelnetz von Vodafone eingespeist und zusätzlich per Livestream verbreitet. Damit können im Kreis Göppingen rund 256.000 Zuschauer die filstalwelle empfangen.

Kontakt

Filstalwelle TV GmbH
Kuhnbergstraße 27
73037 Göppingen

07161 965939-0
07161 965939-9

redaktion@filstalwelle.de