07.08.2026 11:51 Uhr
Die Blume des Lebens und ein Boot für Kinderrechte: Ein partizipatives Kunstprojekt mit dem Künstler Frank Bölter, dem Rupert-Mayer-Haus und der Kunsthalle Göppingen
„… keine Angst, ist doch nur Papier,“ so ermutigte der Künstler Frank Bölter die Kinder und Jugendlichen aus dem Rupert-Mayer-Haus zum partizipatorischen Kunstprojekt, das an drei Tagen in der Kunsthalle Göppingen stattfand. Aus Papier entstand erst im Kleinen und dann im Großen eine Papierblüte sowie ein 12 Meter langes Papierboot, das sogar gemeinsam zu Wasser gelassen wurde.
Die Sozialarbeiterin Johanna Dirr hat gemeinsam mit der Kunsthalle Göppingen das Projekt initiiert. Die Idee, dass kreatives Arbeiten und Kunst Ausdruck und Identität fördern und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ermöglichen, hat sich bestätigt. Dazu hat der Künstler Frank Bölter aus Köln einen großen Beitrag geleistet, in dem er alle Beteiligten in die kreativen Prozesse eingebunden hat. Der Künstler ist bereits 2024 durch das große Projekt NEOKunsthalle auf dem Bahnhofsvorplatz aufgefallen, an dem annähernd 900 Menschen kulturelle Teilhabe erfahren haben.
Die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen erlebten an den drei Tagen im gemeinsamen kreativen Arbeiten, Entscheidungen für sich, die Gruppe und das Projekt zu treffen. Auf dem Programm stand unter anderem eine riesengroße Papierblüte, die ihre Schönheit erst durch die vielen Papierblütenblätter erhielt, die von den einzelnen Teilnehmenden gefaltet wurden. Aus der einzelnen Arbeit wurde ein schönes und großes Ganzes, dabei musste man alleine und aktiv gemeinsam agieren und nicht selten abwägen wie man das gemeinsame Ziel erreicht. Stolz und fröhlich sind die Teilnehmenden am Ende des ersten Workshoptages in die Blüte geklettert und haben gestaunt, was sie und die Gemeinschaft geschaffen haben. Schnell war der Titel Die Blume des Lebens gefunden. Der nächste Tag war bestimmt vom Falten eines Papierbootes – auch hier wiederum erst im Kleinen: Origami, dann aber im XXL Origami. Das bedeutete über 20 Meter lange Papierbahnen gemeinsam zu falzen und zu falten, auch hier waren alle
gefordert. Sicherlich war ein Höhepunkt, als am letzten Workshoptag das Boot aus der Kunsthalle getragen und bemannt im Barbarossa See zu Wasser gelassen wurde.
Empowerment durch Kunst, so könnte dieses Kunstprojekt auch geheißen haben, denn es hat das Selbst ermutigt und die Gemeinschaft gefördert. Für das Gemeinschaftsgefühl hat unter anderem auch das Mithelfen von Dritten gesorgt. Die Teilnehmenden haben Nachbarn und Leute von der Straße um Hilfe gebeten – die natürlich auch gegeben wurde. Die Familie aus dem Hofladen am Oberholz hat sich beispielsweise spontan bereit erklärt das Papierboot mit dem Traktor zurück zu befördern.
„Wann kommst du das nächste Mal?“, so war die häufig gestellte Frage der Teilnehmenden an Frank Bölter.
Gefördert wurde das Projekt vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“.
(Quelle & Bilder: Kunsthalle Göppingen)
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