01.07.2026 16:50 Uhr
Ebersbach blickt durch den Asphalt: Pilotprojekt testet Hightech-Bodenradar
Wo genau verlaufen eigentlich die Strom-, Wasser- oder Internetleitungen unter unseren Straßen? Das ist im Vorfeld von Bauarbeiten oft nicht so einfach zu beantworten, weil die Pläne der verschiedenen Netzbetreiber oft unvollständig oder ungenau sind. Die Folge sind ungewollte Schäden beim Aufbaggern. Ein neues Pilotprojekt in Ebersbach an der Fils soll das jetzt ändern. Zusammen mit dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL) wird der Untergrund der Stadt digital durchleuchtet.
Zum Einsatz kommt dabei die neueste Technik: Ein fahrzeuggestütztes Bodenradar scannt im Vorbeifahren mit bis zu 60 km/h und auf einer Breite von 1,58 Metern den Boden – ohne direkten Bodenkontakt. Für engere Bereiche wie Gehwege gibt es eine kompaktere Version zum Schieben. Beide Systeme senden hochfrequente, elektromagnetische Wellen kegelförmig bis zu 3 Meter tief in die Erde. Weil verschiedene Materialien diese Signale unterschiedlich reflektieren, entsteht eine Art Echo. Eine Spezialsoftware wandelt diese Echos in präzise 2D-Profile oder 3D-Modelle um.
In Ebersbach geht es jetzt darum, alle metallischen und nichtmetallischen Leitungen inklusive der Leerrohre zu detektieren und klassifizieren (Wasser, Strom, Internet, usw.). Das LGL bereitet diese Daten anschließend für die dreidimensionale Webanwendung „Baden-Württemberg in 3D“ auf. Da es sich um sensible, kritische Infrastruktur handelt, bleiben die Daten streng unter Verschluss oder werden komplett anonymisiert.
Verläuft das Projekt erfolgreich, könnte Ebersbachs digitale „Schatzkarte“ als Vorbild für das gesamte Bundesland dienen und die Technologie im Rahmen des Projekts „geoZwilling@bw“ allen baden-württembergischen Kommunen zugänglich gemacht werden.
(Quelle und Bild: Stadtverwaltung Ebersbach)
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