Kurznews: Landkreis Göppingen - Immer mehr Hitzegeschädigte in der Region

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Landkreis Göppingen - Immer mehr Hitzegeschädigte in der Region

25.06.2026 16:46 Uhr

Immer mehr Hitzegeschädigte im Landkreis Göppingen

Seit Tagen hat uns die Hitzewelle fest im Griff. So schön Sonnenschein und sommerliche Temperaturen auch sein können, anhaltende und allzu große Hitze wirkt sich dennoch negativ auf die Gesundheit aus. So sind in den letzten Jahren (2020 bis 2024) hitzebedingte Schäden bei den Versicherten der AOK BW um 15,83 % gestiegen- von 2.877 Fällen pro Jahr auf 3.661. Im Landkreis Göppingen. gibt es dieselbe Tendenz: Im Jahr 2020 waren es 58 Fälle und 2024 schon 72. Hitzeschäden können sehr verschieden sein. Zum Beispiel zählen Herz-Kreislauf-Probleme dazu. „Jeder Anstieg der Umgebungstemperatur um 1 °C geht mit einer signifikanten Zunahme der kardiovaskulären Sterblichkeit um 2,1% einher. Das hat eine systematische Übersichtsarbeit gezeigt, für die 266 Studien ausgewertet wurden. Während einer Hitzewelle steigt das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sogar um 11,7%“, erklärt Ralph Bier, Arzt bei der AOK BW.

Neben dem Herz sind aber auch die Nieren durch die Hitze sehr belastet. „Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen kann auch bei ansonsten gesunden Personen zu bleibenden Nierenschäden führen. In schweren Fällen drohen ein akutes Nierenversagen und ein nicht umkehrbarer Verlust der Nierenfunktion“, so Bier weiter. Er warnt auch vor der Kombination aus Hitzestress, Dehydrierung und der gleichzeitigen Einnahme von Schmerzmitteln, die die Nieren schädigen können, wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac.

Generell habe starke Hitze Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten. Ralph Bier: „Hitze verändert bei zahlreichen gängigen Medikamenten, wie das Medikament auf den Körper wirkt und wie der Körper das Medikament verarbeitet. Fachleute sprechen hier von Pharmakodynamik und Pharmakokinetik. Weil sich bei Hitze die Blutgefäße weiten, kann dies in Verbindung mit Blutdrucksenkern wie zum Beispiel ACE-Hemmern und Betablockern zu einem schnellen und starken Blutdruckabfall führen. Diuretika erhöhen das Risiko zu dehydrieren und in der Folge auch einer Entgleisung des Elektrolyt-Haushalts. Psychopharmaka und Neuroleptika können die körpereigene Thermoregulation stören und das Hitzschlag-Risiko erhöhen. Opiathaltige Schmerzpflaster wiederum geben bei erhöhter Hautdurchblutung deutlich mehr Wirkstoff ab als vorgesehen. Daher ist es ratsam, schon vor der ersten Hitzewelle die Dosierung solcher Medikamente ärztlich überprüfen zu lassen.“  Zudem steigt durch eine hohe Hitzebelastung auch
das Risiko für Frühgeburten, Arbeitsunfälle und sogar Suizide nehmen während extremer Hitzephasen zu.

Wichtige Tipps für Hitzetage:
- Passen Sie Ihren Alltag bei einer Hitzewelle an. Verlegen Sie körperliche Aktivitäten und Erledigungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
- Halten Sie Ihre Wohnung und sich selbst möglichst kühl. Halten Sie sich während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – möglichst wenig draußen auf. Es sei denn, dort gibt es kühlere Plätze als in Ihrer eigenen, aufgeheizten Wohnung.
- Hat sich Ihre Wohnung stark aufgeheizt, verbringen Sie täglich möglichst zwei bis drei Stunden an einem kühlen Ort außerhalb Ihrer vier Wände. Halten Sie sich außerdem nicht in geschlossenen parkenden Autos auf und lassen Sie auch niemanden dort zurück, vor allem keine kleinen Kinder oder Tiere.
- Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees.
- Sorgen Sie für Sonnenschutz, wenn Sie ins Freie gehen. Schützen Sie insbesondere Ihren Kopf mit einem Sonnenhut oder einer Kappe.
- Achten Sie auf sich und andere, vor allem aber auf Kinder und ältere Menschen.

(Quelle: AOK Neckar-Fils)


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