25.06.2026 17:36 Uhr
IG Metall im Filstal beschließt „Filstäler Forderung“ einstimmig: Delegiertenversammlung setzt klares Signal für Sozialstaat, Industrie und gute Arbeit
Die Delegiertenversammlung der IG Metall Filstal hat am Dienstag einstimmig die „Filstäler Forderung“ beschlossen. Unter dem Motto „Sozialstaat verteidigen – Industrie sichern – Gute Arbeit schützen“ positioniert sich die Gewerkschaft klar gegen aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen zulasten der Beschäftigten. Die Delegierten sehen einen organisierten Angriff auf den Sozialstaat und zentrale Arbeitnehmerrechte. Getrieben von Arbeitgeberverbänden, neoliberalen Lobbyorganisationen wie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) sowie politischen Kräften aus dem konservativen und rechten Spektrum würden soziale Sicherungssysteme geschwächt und Belastungen einseitig auf Beschäftigte verlagert.
Klare Kritik an Reformplänen
Die IG Metall im Filstal kritisiert insbesondere geplante Veränderungen in der Renten-, Gesundheits- und Arbeitsmarktpolitik sowie Angriffe auf Arbeitszeitregelungen und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. „Was als Reform verkauft wird, ist in Wahrheit ein Angriff auf Solidarität, Gerechtigkeit und den Respekt vor der Lebensleistung der Beschäftigten“, sagt Michael Kocken, 1. Bevollmächtigter der IG Metall. Die Delegierten sprechen sich entschieden aus gegen: eine Anhebung des Renteneintrittsalters und ein sinkendes Rentenniveau, steigende Belastungen im Gesundheits- und Pflegesystem ohne gerechte Finanzierung, Kürzungen beim Arbeitslosengeld, eine Aufweichung des 8-Stunden-Tages, Einschränkungen bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
Sozialstaat stärken statt abbauen
Die IG Metall Filstal fordert stattdessen eine Stärkung der gesetzlichen Rente, eine solidarische Gesundheits- und Pflegeversicherung, den Erhalt sozialer Sicherungssysteme sowie eine klare Absage an weitere Deregulierung des Arbeitszeitgesetzes. „Der Sozialstaat ist keine Belastung, sondern eine Voraussetzung für wirtschaftliche
Stabilität und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, betont Kocken Industriearbeitsplätze im Fokus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zukunft der Industrie in der Region. Angesichts des Strukturwandels fordert die IG Metall im Filstal eine aktive Industriepolitik zur Sicherung von Arbeitsplätzen. Mit der geplanten Filstalkonferenz 2.0 (16.10.2026) will die Gewerkschaft gemeinsam mit Politik, Unternehmen, Wissenschaft und Gesellschaft konkrete Perspektiven entwickeln – unter anderem für neue industrielle Ansiedlungen im Bereich Greentech und Nachhaltigkeit. „Transformation darf nicht Arbeitsplatzabbau bedeuten – sie muss Beschäftigung sichern und neue industrielle Stärke schaffen“, so die klare Botschaft.
Appell und Ausblick
Mit der „Filstäler Forderung“ kündigt die IG Metall im Filstal an, sich aktiv in politische Debatten einzumischen und Druck aufzubauen. Die Delegiertenversammlung ruft zudem dazu auf, sich an gewerkschaftlichen Protesten zu beteiligen. „Wer unsere Rechte angreift, bekommt unseren Widerstand“, heißt es abschließend.
(Quelle: IG Metall Göppingen-Geislingen)
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