Kurznews: EXPLOSIONSGEFAHR - Nach LKW Unfall werden Teile von Wiesensteig evakuiert

Kurznews

EXPLOSIONSGEFAHR - Nach LKW Unfall werden Teile von Wiesensteig evakuiert

22.06.2026 20:23 Uhr

Auf der A8 gibt es derzeit zwischen Mühlhausen und Merklingen einen größeren Gefahrguteinsatz. Laut Polizei besteht die Gefahr, dass das Gefahrgut in Brand gerät oder explodiert.

Auf der A8 in Fahrtrichtung München ist bei Wiesensteig ein Lastwagen mit entzündlichem Gefahrgut aufgrund eines technischen Defekts liegen geblieben. Nach Angaben der Polizei transportierte das Fahrzeug organisches Peroxid. Das Landratsamt Göppingen warnte davor, dass sich die unter Druck stehenden Gefahrstoffbehälter möglicherweise entzünden und explosionsartig entladen könnten. Angesichts der aktuellen Wetterlage bestehe zudem eine akute Waldbrandgefahr.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Autobahn in Richtung München vollständig gesperrt. Die Einsatzkräfte richteten rund um das Fahrzeug einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von etwa 500 Metern ein. Zunächst versuchte die Feuerwehr, den mit Gefahrgut beladenen Anhänger zu kühlen. Da dies nicht ausreichend erfolgreich war, wurde das Fahrzeug in Richtung Merklingen im Alb-Donau-Kreis verlegt.

Evakuierung in Wiesensteig

In Wiesensteig wurden vorsorglich etwa 100 Anwohnerinnen und Anwohner aus ihren Häusern und Wohnungen evakuiert. Nach Angaben der Feuerwehr werden sie vorübergehend in einer Turnhalle untergebracht.

Die Feuerwehr stellte die Kühlmaßnahmen zwischenzeitlich ein und prüft gemeinsam mit weiteren Fachkräften das weitere Vorgehen. Die A8 bleibt zwischen den Anschlussstellen Mühlhausen und Hohenstadt in Fahrtrichtung München gesperrt. Eine Umleitung wurde eingerichtet.

Weiterer Abtransport derzeit nicht möglich

Wie das Landratsamt Göppingen mitteilte, brachten Feuerwehrkräfte den defekten Lastwagen zunächst aus einem unmittelbar gefährdeten Bereich auf einen Parkplatz vor dem Lämmerbuckeltunnel. Ein weiterer Transport des Fahrzeugs ist derzeit aus technischen Gründen nicht möglich.

Zur Beurteilung der Situation wurde eine Spezialfirma hinzugezogen. Die Experten sollen insbesondere die Temperaturentwicklung des Gefahrstoffs überwachen und bewerten.

In der Leitstelle der Feuerwehr wurde ein Krisenstab eingerichtet. Um 17:30 Uhr wurde für die Gemeinden Hohenstadt, Mühlhausen im Täle und Wiesensteig eine außergewöhnliche Einsatzlage festgestellt. Zur Betreuung und gegebenenfalls medizinischen Versorgung von Personen, die aufgrund der Sperrung im Stau feststecken, wurden zusätzliche Kräfte des Katastrophenschutzes angefordert.

Nach Angaben des Landratsamtes sind derzeit rund 250 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und weiteren Organisationen vor Ort im Einsatz.


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