Kurznews: Ebersbach - Forschungsprojekt im Bevölkerungsschutz

Kurznews

Ebersbach - Forschungsprojekt im Bevölkerungsschutz

20.05.2026 12:24 Uhr

Kooperation mit der Hochschule Fresenius setzt landesweit Maßstäbe

Was passiert, wenn Extremwetterlagen, großflächige Stromausfälle, Cyberangriffe oder sogar außergewöhnliche Sicherheitslagen den Alltag einer Stadt plötzlich verändern? Wie müssen Kommunen künftig aufgestellt sein, um ihren Bevölkerungsschutz sowie das Notfall- und Krisenmanagement modern, resilient und wirksam zu organisieren?
Mit genau diesen Fragen beschäftigt sich künftig ein gemeinsames Forschungsprojekt der Stadt Ebersbach an der Fils mit dem Bildungszentrum für Gefahrenabwehr und Krisenmanagement an der Hochschule Fresenius in Idstein. Bereits der Projektstart zeigt: Hier entsteht weit mehr als ein klassisches Verwaltungsprojekt. Vielmehr betritt Ebersbach bewusst Neuland – und nimmt damit auch im landesweiten Vergleich eine besondere Rolle ein. Denn Kooperationen dieser Art zwischen einer Kommune und einer Hochschule im Bereich des kommunalen Krisenmanagements sind bislang eher selten. Umso bemerkenswerter ist die Partnerschaft mit der Hochschule Fresenius, die bundesweit zu den renommierten privaten Hochschulen zählt und unter anderem spezialisierte Studiengänge im Bereich Krisen-, Notfall- und Sicherheitsmanagement anbietet. Die Hochschule beschäftigt sich intensiv mit modernen Gefahrenlagen, Sicherheitsstrategien, Krisenkommunikation sowie der Resilienz kritischer Infrastrukturen.
Ein erstes Auftaktgespräch zwischen Hochschule und Stadtverwaltung fand bereits Anfang Mai statt. In den kommenden fünf Wochen soll nun der konkrete Fahrplan für die nächsten 18 Monate abgestimmt werden. Ziel ist es, gemeinsam tragfähige und praxisnahe Lösungen für reale kommunale Herausforderungen zu entwickeln.
Besonders hervorzuheben ist dabei die enge wissenschaftliche Begleitung des Projekts: Mit Lukas Kämmer konnte ein Absolvent und heutiger wissenschaftlicher Mitarbeiter am BZGK in Idstein gewonnen werden, der den Studiengang Krisen- und Notfallmanagement im vergangenen Jahr als Jahrgangsbester abgeschlossen hat. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeiten setzte er sich bereits intensiv mit der Erstellung von Krisen- und Notfallplänen auseinander – ein Themenfeld, das bundesweit immer stärker an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus wird die Hochschule Fresenius weitere Kolleginnen und Kollegen zur Unterstützung des Projekts akquirieren. Ergänzend sind Bachelor- und Masterarbeiten vorgesehen, die sich mit einzelnen, klar abgegrenzten Problemstellungen aus der kommunalen Praxis beschäftigen werden. Gerade darin liegt die Besonderheit des Projekts: Es handelt sich nicht um theoretische Forschung „am Schreibtisch“, sondern um konkrete Arbeit an der realen Wirklichkeit einer Kommune.
Im Mittelpunkt stehen die tatsächlichen Herausforderungen, Abläufe und Gefahrenlagen in Ebersbach an der Fils. Ziel ist es, umsetzbare Handlungsempfehlungen, praktikable Krisenstrukturen und realitätsnahe Lösungen für Verwaltung und Einsatzorganisationen zu entwickeln.
Die Stadt Ebersbach an der Fils verfolgt mit dem Projekt das Ziel, bestehende Strukturen im Bevölkerungsschutz weiterzuentwickeln und frühzeitig Antworten auf zukünftige Herausforderungen zu finden. Dabei geht es nicht nur um klassische Katastrophenszenarien wie Hochwasser oder Unwetterlagen, sondern ausdrücklich auch um großflächige Blackout-Szenarien, Cyberangriffe auf kommunale Infrastruktur, Krisenkommunikation im digitalen Raum sowie die Vorbereitung auf außergewöhnliche Sicherheitslagen.

Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie:
Wie bleibt eine Kommune bei einem längeren Stromausfall handlungsfähig?
Wie funktionieren Kommunikationswege bei Ausfall digitaler Infrastruktur?
Welche Abläufe müssen im Krisenfall vorbereitet sein?
Wie können Verwaltung, Einsatzkräfte und Bevölkerung besser vernetzt werden?
Welche Vorsorgestrukturen benötigen Kommunen künftig angesichts neuer Gefahrenlagen?

Von dem Projekt sollen dabei nicht nur Verwaltung und Stadt profitieren. Vielmehr ist ausdrücklich vorgesehen, ortsansässige Blaulichtorganisationen und Hilfsorganisationen in den Prozess einzubinden. Feuerwehren, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen sowie weitere Akteure des Bevölkerungsschutzes sollen von den erarbeiteten Konzepten, Erkenntnissen und Handlungsempfehlungen unmittelbar profitieren können und diese durch ihre Fachexpertise vor Ort mitgestalten. Bürgermeisterin Manuela Raichle sieht darin einen wichtigen Zukunftsschritt: „Der Bevölkerungsschutz wird in den kommenden Jahren eine der zentralen kommunalen Zukunftsaufgaben sein. Mit der Zusammenarbeit zwischen dem Bildungszentrum für Gefahrenabwehr und Krisenmanagement an der Hochschule Fresenius und der Stadt Ebersbach an der Fils gehen wir bewusst neue Wege. Wir wollen nicht erst reagieren, wenn Krisen eintreten, sondern bereits präventiv Strukturen schaffen, die unsere Stadt resilient machen. Dazu gehören
heute selbstverständlich auch Themen wie Blackout-Vorsorge, Cybersicherheit und der Umgang mit komplexen Gefahrenlagen. Besonders wichtig ist uns dabei, dass am Ende konkrete und praktisch umsetzbare Lösungen für unsere Stadt und unsere Einsatzorganisationen entstehen.“
Auch über die Stadtgrenzen hinaus dürfte das Projekt Aufmerksamkeit erzeugen. Denn während viele Kommunen noch dabei sind, bestehende Krisenstrukturen aufzuarbeiten, setzt Ebersbach bereits auf wissenschaftliche Begleitung, Forschung und strategische Weiterentwicklung. Die vergangenen Jahre haben bundesweit gezeigt, wie wichtig funktionierende kommunale Strukturen in Krisensituationen sind – sei es bei Hochwasserlagen, Energieengpässen, Pandemien, Cyberangriffen auf öffentliche Einrichtungen oder anderen außergewöhnlichen Sicherheitslagen. Kommunen stehen dabei zunehmend vor der Herausforderung, komplexe Szenarien schnell, professionell und vernetzt bewältigen zu müssen.

Mit dem Forschungsprojekt positioniert sich Ebersbach an der Fils deshalb bewusst als moderne und vorausschauende Kommune, die sich frühzeitig mit den Anforderungen zukünftiger Krisen- und Notfalllagen auseinandersetzt – und dabei den Anspruch verfolgt, auch im Bereich Bevölkerungsschutz neue Maßstäbe zu setzen.

(Quelle und Bild: Stadtverwaltung Ebersbach)


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