18.05.2026 10:31 Uhr
Novum in der Kardiologie: BiPella-System rettet Patientenleben
Am 4. April 2026 hat das Team der Klinik für Kardiologie und Internistische Gefäßmedizin am ALB FILS KLINIKUM erstmals ein beidseitiges Herzunterstützungssystem (BiPella) eingesetzt – und damit einem Patienten das Leben gerettet. Der Patient litt an einem schweren, akuten Herzversagen, seine Überlebenschancen waren sehr gering. Durch die gleichzeitige mechanische Entlastung beider Herzkammern konnte das Team den Kreislauf stabilisieren und die Herzfunktion wieder verbessern. „Dass wir dieses Verfahren erfolgreich anwenden konnten, ist nicht nur der technischen Ausstattung zu verdanken, sondern auch der innovativen Vorgehensweise des behandelnden Teams“, erläutert Oberarzt Elton Gjoka, der den über dreistündigen Eingriff vornahm. „Die Behandlung eines akuten Herzversagens der linken Herzkammer gehört bei uns schon lange zum Standard. Die spezielle Pumpe für die rechte Herzkammer und die kombinierte BiPella-Lösung haben wir am ALB FILS KLINIKUM bisher aber noch nicht
eingesetzt. Das Verfahren ist sogar so selten, dass die spezielle Pumpe nicht auf Lager gehalten wird.“
Um den Patienten bestmöglich zu versorgen, setzten die Beteiligten alle Hebel in Bewegung. Die benötigte Pumpe wurde kurzfristig vom Hersteller aus Crailsheim organisiert und auf direktem Weg – sogar per Taxi – in die Klinik gebracht, damit sie rechtzeitig eingesetzt werden konnte. Die Impella-Systeme gelten als die kleinste Herzpumpe der Welt. Sie werden minimal-invasiv per Katheter über die Leistengefäße in die Herzkammern eingeführt. Während eine Pumpe die linke Kammer unterstützt, stabilisiert die zweite Pumpe zeitgleich den rechten Herzteil. Durch diese kombinierte Entlastung wird der gesamte Kreislauf stabilisiert, die Organe werden weiterhin mit Sauerstoff versorgt und der Herzmuskel erhält die notwendige Zeit zur Regeneration.
Die erfolgreiche Erstimplantation erforderte eine präzise Koordination zwischen verschiedenen medizinischen Fachbereichen. Neben der interventionellen Kardiologie, die den Eingriff im Herzkatheterlabor durchführt, ist die spezialisierte kardiologische Intensivmedizin für die anschließende Überwachung der komplexen Systeme verantwortlich. Der Patient konnte nach wenigen Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.
(Quelle und Foto: ALB FILS KLINIKUM GmbH)
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