07.05.2026 10:15 Uhr
Die Wärmewende in Göppingen nimmt weiter Fahrt auf: Die Stadtwerke Göppingen (SWG) treiben gemeinsam mit der Energieversorgung Filstal (EVF) und der Stadt Göppingen ein zentrales Infrastrukturprojekt zur klimafreundlichen Wärmeversorgung voran.
Ziel ist es, künftig verstärkt Abwärme aus dem Müllheizkraftwerk (MHKW) für die bereits bestehende Fernwärmeversorgung in der Stadt zu nutzen.
Bereits im Jahr 2023 unterzeichneten die SWG, die Energieversorgung Filstal (EVF), die EEW Göppingen GmbH (EEW)
sowie der Landkreis Göppingen eine Absichtserklärung zur weiteren Auskopplung von Fernwärme aus dem MHKW. In den darauffolgenden Monaten wurden die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen
konkretisiert und vertraglich fixiert. Der mit Vertragsunterzeichnung im Jahr 2024 vereinbarte Wärmepreis sowie die zugrunde liegende Preisanpassungsformel sichern langfristig stabile und attraktive Konditionen für die vorhandenen Fernwärmekunden in der Stadt Göppingen. Auf diesem vertraglichen Fundament wurden Fördermittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) beantragt und die Planungsphase gestartet.
Umfangreiches Infrastrukturprojekt bis 2030
Das Gesamtprojekt gliedert sich in mehrere Teilbereiche, darunter der Bau einer zentralen Wärmeübergabestation am MHKW, die Errichtung von Transportleitungen in Richtung Ursenwang und bis in den Stauferpark sowie die Anbindung bestehender Wärmenetze im Bodenfeld und im Umfeld der EVF-Hauptverwaltung nördlich der Großeislinger Straße. Insgesamt belaufen sich die geschätzten Kosten auf rund 25 Millionen Euro. Die vollständige Umsetzung ist bis zum Jahr 2030 geplant.
Für das erste Teilprojekte Richtung Ursenwang wurde bereits Anfang 2024 ein Investitionsvolumen von 5 Millionen Euro freigegeben. Der Baubeginn wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erfolgen. Die Wärmeübergabestation soll ab dem kommenden Winter auf einer Teilfläche des bestehenden Parkplatzes östlich des Iltishofwegs unmittelbar in der Nähe des Müllheizkraftwerks entstehen. Standort und Flächennutzung sind bereits mit allen Beteiligten abgestimmt, ebenso die vertraglichen Grundlagen für die Nutzung des Grundstücks. Für diese Investition hat der Göppinger Gemeinderat im April 2026 einen weiteren Teilbetrag in Höhe von 3,75 Millionen Euro bewilligt.
Versorgungssicherheit langfristig gewährleistet
Zur Absicherung der Investitionen wurde eine Vereinbarung zwischen Landkreis, EEW und SWG geschlossen. Diese stellt sicher, dass auch im Falle eines späteren Eigentümerwechsels des Müllheizkraftwerks die Wärmelieferung dauerhaft gewährleistet bleibt. Die Regelungen sind bewusst flexibel gehalten, um unterschiedliche zukünftige Betriebsmodelle zu ermöglichen.
Mit der geplanten Inbetriebnahme der Transportleitungen erfüllen die SWG bereits frühzeitig die Anforderungen des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) für die bestehenden Fernwärmekunden. Gleichzeitig wird eine deutliche Reduktion der CO₂-Emissionen erreicht: Rund 2.000 Tonnen pro Jahr können künftig eingespart werden.
Stadtwerke Göppingen · Sitz Göppingen · Eigenbetrieb der Stadt Göppingen Vorsitzender Oberbürgermeister Alexander Maier · Werkleiter Dr.-Ing. Martin Bernhart Seite 2/2 Parallel zum aktuellen Projekt prüfen die SWG Fördermöglichkeiten und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für einen möglichen weiteren Ausbau der Fernwärmeversorgung in Teilen der Stadt Göppingen.
(Quelle: EVF)
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