20.04.2026 12:01 Uhr
Der Gemeinderat der Stadt Göppingen hat in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstag Kürzungen bei der Schulsozialarbeit beschlossen
So sollen die Vollzeit-Stellen von 15,15 auf 13,52 Stellen reduziert werden. Diese Kürzung wird auf alle Schularten verteilt. Nun reagiert Oberbürgermeist Alex Maier auf die öffentlich geäußerte Kritik, die am heutigen Tag in der Neuen Württembergischen Zeitung (NWZ) zu lesen war.
Oberbürgermeister Alex Maier: „Die aktuellen Reaktionen aus Teilen der Schulleitungen und des Gesamtelternbeirats gehen in Ton und Inhalt deutlich über das Ziel hinaus. Ja, die Entscheidung zur Schulsozialarbeit ist schwierig. Ja, sie hat Auswirkungen. Aber zu behaupten oder zu suggerieren, es gebe nur eine richtige Entscheidung – nämlich die eigene – und der Gemeinderat habe diese bewusst ignoriert, ist eine unzulässige Verkürzung und wird der Realität nicht gerecht.
Der Gemeinderat hat nach intensiver, teils sehr emotionaler Debatte entschieden – mit einer denkbar knappen Mehrheit. Das zeigt: Es wurde keineswegs leichtfertig gehandelt, sondern ernsthaft gerungen. Diese demokratische Entscheidung verdient Respekt – auch dann, wenn man sie inhaltlich anders bewertet.
Die Fakten sind eindeutig: Die Kürzung ist nicht von der Stadt Göppingen ausgegangen, sondern vom Landkreis. Dort wurden die Zuschüsse zur Schulsozialarbeit halbiert. Die Stadt hält ihren eigenen Anteil weiterhin aufrecht – und sichert damit auch künftig ein substanzielles Angebot an Schulsozialarbeit an den Göppinger Schulen. Auch nach der Anpassung stehen hierfür weiterhin rund 13,5 Vollzeitstellen zur Verfügung.
Es kann jedoch nicht die Erwartung sein, dass die Kommune zusätzlich die Kürzungen einer anderen Ebene vollständig kompensiert – insbesondere in einer ohnehin extrem angespannten Haushaltslage. Wer jetzt so tut, als liege die Verantwortung allein bei der Stadt, blendet zentrale Zusammenhänge aus. Das ist nicht nur sachlich falsch, sondern trägt auch nicht zu einer konstruktiven Lösung bei. Schulsozialarbeit ist wichtig – daran besteht kein Zweifel. Aber ebenso wichtig ist ein ehrlicher Umgang mit Zuständigkeiten und finanziellen Realitäten. Verantwortung bedeutet auch, Grenzen anzuerkennen.
Es ist nach Überzeugung der Stadt dringend geboten, die Debatte wieder auf eine sachliche Ebene zurückzuführen. Unterschiedliche Meinungen sind legitim – die pauschale Abwertung demokratischer Entscheidungen jedoch nicht“, so Maier abschließend.
(Quelle: Stadt Göppingen)
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