Kurznews: Landkreis Göppingen - Kreisjugendring stellt Weichen für die Zukunft

Kurznews

Landkreis Göppingen - Kreisjugendring stellt Weichen für die Zukunft

11.02.2026 17:40 Uhr

Delegiertenversammlung beschließt Neuausrichtung nach massiven Mittelkürzungen

Der Kreisjugendring Göppingen e.V. (KJR) hat in einer  außerordentlichen Delegiertenversammlung am Donnerstag, 29. Januar 2026, die im Businesshaus Stauferpark stattfand, entscheidende Schritte zur strukturellen und inhaltlichen Neuausrichtung des Verbands beschlossen. Hintergrund sind die erheblichen finanziellen Einschnitte, die der Landkreis Göppingen mit dem Haushalt 2026 beschlossen hat. Die Richtlinie zur Förderung des KJR wurde dabei um 50 % gekürzt, was tiefgreifende Auswirkungen auf Personal, Angebote und Sachkosten nach sich zieht.

Deutliche Einschnitte machen Neuordnung notwendig
Die Kürzungen führen zu einer massiven Reduzierung der bisherigen Personalstruktur: Sämtliche Sachbearbeitungsstellen, in Summe 150%, einschließlich des Bereichs Spielmobil wurden gestrichen; die offene Jugendarbeit im Göppinger Stadtteil Bergfeld ist ebenfalls bedroht. Lediglich eine Pädagogische Stelle sowie eine 50 %-Verwaltungsstelle bleiben gesichert. Projektstellen wie „Demokratie leben!“ oder das Vielfaltsprojekt können aufgrund externer Finanzierung fortgeführt werden.
Auch im Sachkostenbereich ergeben sich erhebliche Reduzierungen – etwa bei Material, Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildungen. „Die 50% Kürzung der Mittel stellt unseren Verband vor massive Herausforderungen. Wir mussten unsere gesamte Struktur neu denken, aber wir gehen diesen Schritt entschlossen an. Auch nach den Kürzungen bleibt unser Kernauftrag unverändert: die jungen Menschen im Landkreis zu vertreten und die Ehrenamtlichen bestmöglich zu unterstützen“ betont Achim Kuhn, erster Vorsitzender des Kreisjugendrings.

Delegierte erarbeiten Prioritätenliste
Um eine Grundlage für die zukünftige Arbeit zu schaffen, erstellten Geschäftsstelle und Vorstand eine Ampelliste mit Aufgabenfeldern, die in der Delegiertenversammlung priorisiert wurde. Besonders hoch bewertet wurden: Beratungsangebote für Verbände, Verleihangebote, Fortbildungsprogramm für Ehrenamtliche sowie die Juleica Ausbildung.
Der Vorstand bekräftigte, dass der Kreisjugendring auch nach der Umstrukturierung seine grundlegende Aufgabe erfüllt: die Interessen junger Menschen zu vertreten und die verbandliche Jugendarbeit nachhaltig zu unterstützen. Dafür müssen andere Inhalte aufgegeben werden. „Jugendpolitische Arbeit bleibt aber einer unserer wichtigsten Aufgaben,“ stellt Kuhn nochmals klar.
In der anschließenden offenen Runde boten mehrere Mitgliedsverbände Kooperationen an – darunter gemeinsame Zeltreparaturen sowie Unterstützung bei Juleica- und Präventionsschulungen. Diese Ansätze sollen helfen, trotz geringer Ressourcen zentrale Angebote zu sichern. „Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, die in der Versammlung spürbar war, zeigt: Der Kreisjugendring ist kein einzelner Akteur – er ist ein Netzwerk. Und dieses Netzwerk funktioniert“ fasst Julia Hilkert, stellvertretende Vorsitzende, die den Prozess moderierte, zusammen.

Verbände senden starkes Signal
Im Rahmen der Sonder-Delegiertenversammlung machten die Delegierten in zahlreichen Wortmeldungen deutlich, welche zentrale Rolle der Kreisjugendring im Alltag der Jugendverbände spielt. In einer spontanen Sammlung beschrieben sie, warum der KJR für ihre Arbeit unverzichtbar ist:
Er leiste eine große Unterstützung für das Ehrenamt, indem er komplexe Vorgaben verständlich macht und hilft, sie in die Praxis zu übersetzen. Der KJR unterstütze besonders kleinere Vereine, biete Beratung, Material, Schulungen und fachliche Präventionsarbeit.
Zudem sei der Kreisjugendring ein wichtiger Interessensvertreter für junge Menschen und die verbandliche Jugendarbeit. Eine weitere große Stärke liege in der Vernetzung: Der KJR verbinde Engagierte, bündele Wissen und ermögliche Projekte, „die Gesellschaft formen“. Durch diese Kombination aus fachlicher und struktureller Unterstützung und politischer Interessenvertretung sei der KJR für das hohe Engagement der Ehrenamtlichen im Landkreis unverzichtbar.
„Wir sind zufrieden mit dem Prozess und den Verbänden sehr dankbar für das starke Signal. Der Kreisjugendring existiert nicht aus Selbstzweck – wir sind für die Jugendlichen und die Vereine da. Genau deshalb war uns wichtig, die Neuausrichtung gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden zu gestalten.“ Stellt Tobias Klopfer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings fest.

Der Kreisjugendring Göppingen e.V. ist Arbeitsgemeinschaft und Dachverband von 40 Jugendverbänden und Vereinen auf Kreisebene und damit auch über 330 Vereinen und Verbänden auf Ortsebene im Landkreis Göppingen. Als Dachorganisation versteht er seine Arbeit als Interessenvertreter der verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit und darüber hinaus auch nichtorganisierter Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener im Landkreis Göppingen. Er vertritt damit die Interessen von mehr als 54.000 jungen Menschen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen neben der politischen Repräsentanz der Jugendarbeit im Landkreis Göppingen auch Beratungs- und Unterstützungsangebote für die Jugendarbeit, Projektarbeit, Spielmobilarbeit sowie die Umsetzung des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ im Landkreis Göppingen.

(Quelle: Kreisjugendring Göppingen e.V.)


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