Kurznews
Bad Boll - Neues Feuerwehrhaus

05.11.2021 16:15 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr von Bad Boll kann nach gut zweijähriger Bauzeit in ihr neues Haus umziehen. Das Planungsbüro Gaus Architekten aus Göppingen hat den Neubau mit 1.300 Quadratmetern an seine zukünftigen Nutzer*innen übergeben. Am Ortsrand fügt sich das Gebäude behutsam ins Landschaftsbild ein. Mit der schmalen Giebelseite zur Straße, lässt der Neubau den Blick auf die Schwäbische Alb frei.

Der gestalterische Ansatz ist zurückhaltend und hochwertig zugleich, was sich sowohl in der Form des Baukörpers als auch in der Materialität widerspiegelt. Die Fassadengestaltung in Sichtbeton lässt würdiges Altern zu. Der Mix aus Sichtbetonwänden, warmen Fußböden und Fensterrahmen aus Holz in repräsentativen Räumlichkeiten wurde kombiniert mit knallig roten Türen und Fliesenböden im Erdgeschoss.

Mit diesem Entwurf konnte das Architekturbüro Gaus Architekten aus Göppingen den ausgelobten Wettbewerb für sich entscheiden. Erst kürzlich erhielt die Gemeinde zusammen mit dem Planungsteam eine Auszeichnung für beispielhaftes Bauen.

Nicht allein die Feuerwehrleute können sich über den Neubau mit seinen rund 1.300 Quadratmetern Fläche freuen. Auch für die Nutzung durch politische Gremien oder die Verwaltung ist er gemacht: ein großer Schulungsraum mit entsprechenden Nebenräumen im Obergeschoss lässt eine flexible Nutzung zu.

Schließlich soll künftig hier auch der Gemeinderat von Bad Boll seine Sitzungen abhalten. Darüber hinaus kann das Gebäude bei Bedarf im Katastrophenfall als Steuerzentrale genutzt werden, denn es ist besitzt eine weitestgehend autarke Energieversorgung.

Das neue Feuerwehrhaus verfügt über eine Photovoltaik-Anlage, das Dach wurde begrünt und geheizt wird durch Erdwärme. Die Erdwärmekörbe sind unter dem Parkplatz angeordnet. Zudem ist das Gebäude für eine Erweiterung ausgelegt.

Die funktionale Trennung von Zu- und Ausfahrt stellt reibungslose Abläufe im Alarmfall sicher; bei einem Einsatz fahren die Feuerwehrleute über die Westseite das Gebäude an und rücken mit ihren Fahrzeugen über die Ostseite aus. Ein separates Treppenhaus mit Aufzug dient der barrierefreien Zugänglichkeit der im ersten Obergeschoss gelegenen Besprechungsräume.

Für die Jugendarbeit wurde weitere Räume geschaffen, die, wie auch der große Sitzungssaal, an eine umlaufende Galerie in der Fahrzeughalle angebunden sind. So weist selbst diese funktionale Halle eine räumliche Qualität auf, in der gleichzeitig gestalterischer Anspruch und bautechnische Notwendigkeit ideal miteinander verknüpft sind. Die Galerie bietet nicht nur Zugang von oder in Besprechungsräume, Jugendbereich, Technik- und Lagerräume, sondern dient gleichzeitig als notwendiger zweiter Rettungsweg.

Bei einem Feuerwehrgebäude, das zudem multifunktional genutzt werden soll, ist die Schaffung des Gleichgewichts zwischen gestalterischer Qualität und Erfüllung der verschiedenen Funktionen bedeutend.

Dementsprechend wichtig ist die Integration der Nutzer*innen und der Bauherrschaft in den Planungsprozess, der in diesem Fall gut gelang. Regelmäßig fanden Abstimmungen mit Vertreter*innen der Boller Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung statt, bei denen über Materialien und Ausstattung diskutiert wurde.

Bauzeit: Juli 2019 bis August 2021
Bruttogrundfläche: 1300 qm
Geschosse: 2
Kosten: 3,6 Mio

Mit einem multikulturellen Team von rund 25 Personen plant und realisiert das Büro Gaus Architekten Verwaltungsgebäude, Feuerwehren, Bildungsbauten und Wohnanlagen in der Region, aber auch darüber hinaus: Mit internationalen Partnern wurden komplexe Schulbauten realisiert und umfangreiche städtebauliche Konzepte entwickelt. Zusammen mit seiner Frau Saskia Gaus-Mens führt Christian Gaus das Göppinger Planungsbüro in zweiter Generation.


(Quelle & Bild: Gaus Architekten)

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