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Region - Polizei kontrolliert Corona-Regeln / Regelmäßig muss die Polizei einschreiten, weil Menschen gegen die Corona-Verordnungen verstoßen

16.09.2020 13:29 Uhr

Region - Polizei kontrolliert Corona-Regeln / Regelmäßig muss die Polizei einschreiten, weil Menschen gegen die
Corona-Verordnungen verstoßen.

Ulm (ots) - Dies geschehe zwar nicht allzu häufig, aber oft genug, sagt die
Polizei. Deshalb werde sie ihre Kontrollen fortführen und kündigt
Schwerpunktkontrollen in der Region an.

Knapp 200 Einsätze im Zusammenhang mit der Pandemie meldet das Polizeipräsidium
Ulm seit Ende Juni in seinem Bereich, den Landkreisen Alb-Donau, Biberach,
Göppingen, Heidenheim und in der Stadt Ulm. 47 Ordnungswidrigkeiten waren die
Folge, aber auch zehn Strafanzeigen.

(BC) Eine der Strafanzeigen richtet sich gegen einen 35-Jährigen. Der war Ende
August in einem Geschäft in Laupheim aufgefallen. Er habe einer Kundin aus
nächster Nähe ins Gesicht und in den Nacken gehustet. Als die Frau ihn ansprach,
habe er sie aufs Gröblichste beleidigt, schilderte sie später der Polizei. Auch
draußen auf der Straße, wo sich die Auseinandersetzung fortsetzte, habe der Mann
ihr aus kürzestem Abstand ins Gesicht gehustet. Die Polizei stellte den
35-Jährigen kurz darauf. Zunächst fanden die Polizisten bei ihm ein verbotenes
Messer, dann nahmen sie ihn mit zur Wache, weil er stark betrunken war. Das
bestätigte ein Alkoholtest. Zudem schien der Verdächtige unter
Rauschgifteinfluss zu stehen. Er musste eine Blutprobe abgeben und sich ärztlich
untersuchen lassen, bevor der Mann auf freien Fuß gesetzt wurde. Das Ergebnis
der ärztlichen Untersuchung sorgte für Beruhigung: Der Mann war nicht krank.

(GP) Einer Strafanzeige sieht auch ein 56-Jähriger entgegen. Anfang September
betrat er ein Geschäft in Göppingen ohne den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz.
Zunächst habe er gar nicht reagiert, als er aufgefordert wurde, eine Maske
aufzusetzen, dann habe er sie nicht richtig aufgesetzt. Einen Kunden, den ihn
darauf angesprochen hatte, habe er schließlich aus kürzester Entfernung
angehustet. Auf dem Parkplatz schließlich habe der 56-Jährige den Kunden noch
bedroht, schilderte dieser später der Polizei. Die Polizei ermittelte den
Verdächtigen kurz darauf.

(HDH) Ebenfalls ohne Maske war Anfang September ein 38-Jähriger in einem
Nattheimer Geschäft. Er weigerte sich, den Schutz aufzusetzen und wollte ohne
Einkauf das Geschäft nicht verlassen. Am selben Tag waren in Königsbronn zwei
Jugendliche aufgefallen, weil sie im Zug keine Mund-Nasen-Bedeckung trugen. Als
der Lokführer sie darauf ansprach, seien sie aggressiv geworden, so die Polizei.
Die holte einen der Burschen aus dem Zug, der andere war bereits geflüchtet. Im
Rahmen der Kontrolle erfuhr der 20-Jährige, dass er ein Bußgeld zu erwarten hat.
Nach der Kontrolle war der Zug abgefahren, ohne den 20-Jährigen.

(UL) Anfang September wollte ein 40-Jähriger ohne Mund-Nasen-Bedeckung in ein
Ulmer Geschäft, was das Personal ihm verwehrte. Sofort wurde er ausfällig und
beleidigte einen Angestellten. Der Begleiter des 40-Jährigen beruhigte ihn und
brachte den aggressiven Mann nach draußen. Dort kontrollierte die Polizei den
Betrunkenen kurz darauf. Bereits Ende August soll eine 45-Jährige eine
Tankstelle in Ehingen betreten haben, ebenfalls ohne Mund-Nasen-Bedeckung. Als
die Angestellte die Frau darauf ansprach, zeigte sie sich aggressiv und
beleidigte das Personal. Die Polizei ermittelte die 45-Jährige kurz darauf als
mutmaßliche Täterin.

Die relativ geringe Zahl an Verstößen zeige, dass sich die meisten Menschen an
die Vorschriften der Corona-Verordnungen halten, sagt die Polizei. Es seien nur
Einzelne, die sich weigern oder sorglos mit der Tragepflicht umgehen. Wer aber
den Infektionsschutz missachte, handele unverantwortlich und gefährde sich und
andere, betont die Polizei. Deshalb werde sie auch in der nächsten Zeit die
Kontrollen der Maskentragepflicht im öffentlichen Personennahverkehr fortsetzen.
Diese finden in enger Abstimmung mit den zuständigen Ordnungsämtern statt und
sollen die Bürgerinnen und Bürger für das pflichtbewusste Einhalten der
Corona-Regeln sensibilisieren. Denn die Polizei setzt auch weiterhin auf eine
breite Prävention und Information, etwa durch Gespräch mit den Menschen, setzen.
"Es ist nicht unsere Absicht, jemanden zur Kasse zu bitten. Wir wollen die
Menschen sensibilisieren und überzeugen", sagt die Polizei. Deshalb gehe sie
regelmäßig mit Augenmaß vor. Wer allerdings unverbesserlich die Regelungen
missachte, der müsse mit Konsequenzen rechnen. Das bedeutet, dass in solchen
Fällen ein Bußgeld verhängt wird, das bis zu 250 Euro betragen kann. In
Einzelfällen könne auch eine Straftat vorliegen, was eine Freiheitsstrafe oder
Geldstrafe zur Folge haben können, sagt die Polizei. Jede und jeder Einzelne
könne und müsse seinen Beitrag im Kampf gegen die Pandemie leisten. Das sei
recht einfach, mit der AHA-Regel: Abstand, Hygiene und Alltagsmaske. Die Masken
können zu einer Verlangsamung der Ausbreitung des Virus und damit zu einer
Eindämmung der Pandemie ebenso beitragen wie der richtige Abstand, sind
Fachleute des Robert-Koch-Instituts überzeugt. Mindestens eineinhalb Meter
Abstand, also etwa zwei Armlängen, sei der richtige Abstand. Und zu den
Hygieneregeln gehöre, in die Armbeuge zu niesen oder zu husten und am besten auf
einen Handschlag zu Begrüßung und Abschied zu verzichten. Die Polizei appelliere
deshalb an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger. Denn die Verstöße seien
keine Bagatelldelikte. Vielmehr seien die Regelungen zwingend erforderlich, um
Menschenleben und die Gesundheit zu schützen. Immerhin zählt das
Robert-Koch-Institut für den Bereich des Polizeipräsidiums Ulm bereits 150
Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen. Zusammen mit ihren
Partnern werde die Polizei ihren Teil dazu beitragen, für die Sicherheit und die
Gesundheit der Menschen in der Region zu sorgen.

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