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Göppingen - Vergebliche Bemühungen der Investoren um Kaufhof

31.07.2020 12:12 Uhr

Vergebliche Bemühungen der Investoren um Kaufhof

Die Investoren des agnes, die zugleich Eigentümer des Kaufhof Gebäudes an der Bleichstraße sind, haben in den vergangenen Wochen intensiv an Möglichkeiten gearbeitet, um den Kaufhof zu überzeugen, seinen Standort in Göppingen doch nicht aufzugeben. Schon sehr früh hatten sie dem Kaufhof Management und dem Insolvenzverwalter sogar angeboten, ab sofort eine reine Umsatzmiete zu akzeptieren. Dabei hätte Kaufhof immer nur einen sehr niedrigen, einstelligen Prozentsatz der tatsächlich am Standort Göppingen getätigten Umsätze als Miete zahlen müssen. In der letzten Verhandlungsrunde vor mehr als einer Woche haben die Familien Schenavsky, sowie die Herren Zimmermann und Schmitz dann noch zusätzlich einen Zuschuss zu Kaufhofs Umbaukosten in hoher sechsstelliger Höhe angeboten, wenn Kaufhof am Standort bleibt. Weil das Kaufhof Management unter diesen Bedingungen Hoffnung auf den Verzicht der angekündigten Schließung gemacht hatte, waren die Investoren umso enttäuschter als nun doch die endgültige Absage, das Ende der Verhandlungen und die offizielle Kündigung per Brief einging.

„Wir sind zutiefst enttäuscht, dass Kaufhof nun doch bei der Absage bleibt, obwohl wir ihre Forderungen zuletzt sogar übererfüllt haben“ sagt Simon Schenavsky. Erst durch die Insolvenz erhält der Mieter das Sonderrecht zur Kündigung bestehender Mietverhältnisse. Angeblich sei man bei der Geschäftsaufgabe in Göppingen trotz des enormen Entgegenkommens der Investoren geblieben, weil das Haus im Jahr vor dem Insolvenzantrag keine schwarzen Zahlen schreiben konnte. Dass dies der Sondersituation der benachbarten Baustelle und dem vorübergehenden Wegfall der für den Standort so wichtigen Stellplätze geschuldet war und mit der Neueröffnung noch bessere als die vorherigen Ergebnisse zu erwarten gewesen wären, hat man bei Kaufhof offenbar nicht erkannt.

„Der überraschende Auszug von Kaufhof schon Ende Oktober stellt uns in diesem Projekt vor besondere Herausforderungen“ erklärt Stefan Zimmermann. Aber es gibt alternative Konzepte des ca. 11.000 qm großen Gebäudes, das direkt in das neue Einkaufszentrum agnes integriert und mit diesem auf allen Verkaufsebenen verbunden werden kann. Möglichweise werden sich jedoch in Zukunft unterschiedliche Nutzer die ehemaligen Kaufhofflächen teilen. Die Investoren sind bereits in Gesprächen mit verschiedenen Mietinteressenten aus den Bereichen Handel, Büro und Dienstleistung. Aber: „Corona hat dem Handel und vielen anderen Nutzern stark zugesetzt, die meisten halten sich mit Expansionsplänen derzeit zurück und warten erstmal ab“ sagt Zimmermann „Wir haben neue Mietinteressenten, darunter auch Büronutzer und Dienstleister für die Obergeschosse“ so Zimmermann. „Wir können uns auch die Stadt Göppingen mit Teilen der Verwaltung als Mieterin sehr gut vorstellen.“ Aber solche Gespräche müssten erst geführt werden und die für Alternativen notwendigen Umplanungen und Umbauten bräuchten Zeit, erläutert der Projektentwickler aus Berlin.

„Handel ist Wandel“ ergänzt Investor Simon Schenavsky, „das gilt wohl in diesen Zeiten von Corona ganz besonders. Wir hoffen insbesondere für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaufhof in Göppingen, dass sie fair behandelt werden und rasch eine Chance auf eine neue Anstellung bekommen. Vielleicht ja bei einem der neuen Mieter im agnes.“

(Quelle: Saltico Management & Marketing GmbH)

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